Gestalttherapie

Was ist Gestalttherapie?

Gestalttherapie gehört wie Psychodrama und Gesprächstherapie
zu den Verfahren humanistischer Psychotherapie.

Diese gehen davon aus, dass ein gesunder Mensch sich durch Entwicklungsfähigkeit,
Selbstverantwortlichkeit und Ganzheitlichkeit auszeichnet,
 dass Wachstum ein lebenslanger Prozess ist.

Wie die Ergebnisse der Entwicklungsforschung zeigen,
können krankmachende Faktoren und Ereignisse während des gesamten Lebens,
also nicht nur in der frühen Kindheit, Ihre Wirkung entfalten.

Unsere Persönlichkeit wird jedoch gleichermaßen über den ganzen
Lebensverlauf auch durch positive, fördernde Erlebnisse geformt.
 

Worum geht es in der  Gestalttherapie?

In der Gestalttherapie geht es um die Wiedergewinnung unterdrückter Lebensenergie.
Dabei steht im Mittelpunkt das Kontaktverhalten des Menschen mit einer ausreichenden
 Regulierung von Nähe und Distanz, seiner Bereitschaft „Ja“ oder „Nein“ zu sagen,
und der Fähigkeit Gefühle und Handlungen des Gegenübers zu respektieren.

Es schließt auch den Kontakt zu sich selbst ein, zu den eigenen Wünschen und Bedürfnissen.
 Zur Heilung gehört  aus Sicht der Gestalttherapie das Erreichen eines inneren Gleichgewichts.

Das hierzu wichtigste „Instrumentarium“ ist die Wahrnehmung.

Burnout und  viele psychosomatischen Erkrankungen sind beispielsweise
 die bekannten Folgen der fehlenden  Wahrnehmung und übergangenen Körpersignale.

Ein weiteres zentrales Kennzeichen der Gestalttherapie
ist die Betonung des HIER und JETZT der Gegenwart.

Wahrgenommen und erlebt wird immer in der Gegenwart.
Es ist auch nur die Gegenwart, in der wir handeln und etwas verändern können.

Die Vergangenheit ist vorbei und die Zukunft gibt es noch nicht.
Auf diese Weise stärkt die genaue Wahrnehmung auch unsere Handlungsfähigkeit.
 

Wie machen wir uns krank  oder -  wie entstehen psychische Probleme?

Wir können uns selbst auf vielerlei Art und Weise krank machen, 
zum einen indem wir  wichtige Dinge halb erledigt oder unerledigt lassen.

Wenn sich die unabgeschlossenen Problembereiche häufen,
kommt es zu Erschöpfung, Niedergeschlagenheit oder aber angestautem Ärger
bis hin zu den typischen psychosomatischen Beschwerden wie Störungen
im Magen- Darmbereich, Kopfschmerzen, Rücken- und Gelenkbeschwerden
und anderen körperlichen Symptomen.
 

So verspannen wir beispielsweise unsere Nackenmuskeln, wenn wir aufgeregt sind,
wir beißen die Zähne aufeinander, wenn wir im Stress sind.

Auf Ärger reagieren wir oft mit Magenschmerzen oder Kopfschmerzen.

Unser Organismus ist ständig damit beschäftigt, Unangenehmes oder Hinderliches
aus-  und abzustoßen,  oder aufzufüllen und zu ergänzen, wenn Mangel herrscht.

Wo dieses Abstoßen oder Auffüllen nicht mehr richtig gelingt, entstehen unfertige Zustände,
halbe Bewegungen, „hinunter geschluckte Gefühle“, unterdrückte Bedürfnisse.

Wenn wir uns selbst hemmen, also unseren vitalen Ausdruck, unsere Bedürfnisse unterdrücken,
richten wir unseren Ärger und unsere Anspannung schließlich gegen uns selbst.

Ein anderer Grund für seelische  Krankheit kann der Verlust des gesunden Lebensrhythmus,
der sich zwischen den Polen „Einatmen“ und „Ausatmen“ bewegt, sein.
 

Es ist ein Rhythmus zwischen „auf die Welt zugehen“
und sich wieder „in die eigenen Wände“ zurückziehen,
zwischen „Beziehungen-Eingehen“  und wieder „Bei-sich-sein“, wie Arbeit und Freizeit.

 Wenn wir an einem der beiden Pole hängen bleiben,
wird der Rhythmus unterbrochen, wir „atmen nicht mehr richtig aus“.
Wir können beispielsweise nicht mehr alleine sein.

Oder wir wollen/müssen den Erwartungen unserer Umwelt unbedingt gerecht werden
und es bleibt keine Zeit mehr für uns selbst.
 

Wenn wir „unseren“ Rhythmus verloren haben, verlieren wir auch unsere Achtsamkeit.
Wir können uns  nicht mehr richtig wahrnehmen, wir wissen auch nicht mehr,
was wir wollen und was wir leisten können.
Der Selbstwert sinkt, die Gefühle scheinen wie „abgeschnitten“.
In dieser Situation sind wir auch unsicher, wenn wir uns entscheiden sollen,
 eine Unsicherheit, die sich schließlich auf unsere ganze Lebensgestaltung auswirken kann.
 


Wie findet  Heilung statt?

Nur in der Gegenwart, im HIER und JETZT, können wir völlig durchatmen,
kreativ und offen für Neues sein, mit offenen Augen und Ohren Lösungen suchen und finden,
seelischem Schmerz und Tränen freien Lauf lassen.

Stimmt etwas nicht mit uns, suchen wir meist in ferner Vergangenheit nach den Ursachen.
Die eigene Vergangenheit zu kennen und verstehen zu lernen ist wichtig,
aber dies reicht nicht aus!

 Erwachsenwerden und Erwachsensein  bedeutet,
selbst die Verantwortung für sein Leben zu tragen.

Die Verantwortung auf früher zu verweisen, hilft nicht bei der Bewältigung von Problemen.

Deshalb werden in der Gestalttherapie  WARUM-Fragen durch WIE-Fragen ersetzt.

Denn mit der Antwort auf die Frage WIE bekomme ich das Geschehen in den Griff.

Ich werde mir dessen bewusst, was ich tue.

Dann kann ich  wählen: alles so lassen wie es ist, oder etwas verändern.

Statt zu fragen: WARUM bin ich so gehemmt?
frage ich: WIE (wo und wann) hemme ich mich selbst?

Und: WIE (wo und wann) kann ich anfangen, eine Änderung meines Verhaltens zu probieren?

 


 

 

 

 

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